Heimat für Neues

Vilsbiburg hat eine lange Geschichte und viele Einkaufs- sowie Freizeitmöglichkeiten. Eingebettet liegt das familienfreundliche Städtchen in eine sanfte Hügellandschaft.

Pistaziengrün, Hellgelb, Zartblau, Altrosa. Diese Farben haben die stuckverzierten Fassaden, die den langgestreckten Stadtplatz von Vilsbiburg säumen. Banken, Bäcker, Metzger, Apotheken und Kleidungsgeschäfte sind im Erdgeschoss der überwiegend historischen Gebäude untergebracht. In einigen von ihnen besetzen die Volkshochschule, das Rathaus und das Heimat- und Hafnermuseum mehrere Etagen. Kein Zweifel: Hier schlägt das Herz des 11.500-Einwohner-Städtchens, wird Wichtiges erledigt, eingekauft, Kaffee getrunken und regelmäßig bei Festen gefeiert. Ins Grüne sind es trotzdem nur wenige Schritte: Rechts der Brücke beginnt der Naturerlebnisweg Vilsaue – ideal für interaktive Erkundungstouren mit Groß und Klein.

Charme einer langen Geschichte

 Breites Angebot, kurze Wege: So lassen sich laut Regionalmanager Georg Straßer die Stärken des niederbayerischen Mittelzentrums auf den Punkt bringen. „Egal ob Ärzte, LAKUMED-Krankenhaus oder Kitas, Horte, Grund- und weiterführende Schulen als wichtiges Angebot für Familien – wir haben alles.“ Dazu komme der Charme einer jahrhundertealten Geschichte. Um 1260 gründeten die Wittelsbacher Herzöge auf der Strecke zwischen Burghausen und Landshut eine befestigte Stadt, die allmählich wuchs. „Schön ist außerdem unsere Lage“, schwärmt Straßer. Mit einer Meereshöhe von 449 Metern liegt Vilsbiburg eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft, darin verstreut eine Vielzahl kleiner Dörfer und Einzelgehöfte, die Felder, Wiesen und Wälder umgeben. „Erfahren“ lässt sie sich auf zehn unterschiedlichen Radwanderungen, die weiteste ist 35 Kilometer lang. Mit Landshut, wo im mittelalterlichen Zentrum alle vier Jahre die berühmte Landshuter Hochzeit stattfindet, liegt ein lohnendes Ausflugsziel 20 Kilometer weit entfernt. Nach Regensburg, das seit 2006 UNESCO-Welterbe-Stadt ist, sind es 65 Kilometer. Auch Salzburg, gleich hinter der österreichischen Grenze, ist nicht weit.

 

Von Arbeiten bis Freizeit

Zur Beschaulichkeit gibt es geschäftiges Kontrastprogramm: Mit der DRÄXLMAIER Group hat Vilsbiburg ein großes Unternehmen mit Sitz im Gewerbegebiet West. „Zu ihm und anderen Firmen pendeln 6.400 Arbeitnehmer pro Tag, die zu bezahlbaren Miet- und Immobilienpreisen in der Umgebung wohnen“, erklärt Straßer.  Das Cineplex-Kino, wo pro Woche bis zu 20 Filme laufen, sowie das Karting-Paradies liegt auch im Gewerbegebiet, der Sportpark des TSV Vilsbiburg mit 2.900 Mitgliedern und 19 Abteilungen ebenfalls. Die Stars von Vilsbiburg haben mit der Ballsporthalle nebenan ihr „Nest“: die Roten Raben, deren 1. Damenmannschaft erfolgreich in der Bundesliga spielt.

Gute Verkehrsanbindung in jede Richtung

Muss das Team der siegreichen Volleyballerinnen in anderen Gegenden Deutschlands antreten, dauert die Fahrt zum Münchner Flughafen nur 45 Minuten. Auf der Autobahn 92 sind sie und andere (Geschäfts-)Reisende in der Hälfte dieser Zeit. Der Zug nach München fährt jede Stunde und braucht genauso lang in die Landeshauptstadt. Soll es stattdessen zum Freizeit-Sporteln gehen, ist der Bayerische Wald zum Wandern und Skifahren ebenso schnell erreichbar wie die Alpen. Bei Fön scheinen deren Gipfel zum Greifen nah. Langlauf-Liebhaber Straßer hat zwischen beiden Gebieten die Qual der Wahl. Zum Schwimmen ist er im Sommer ein Fan des Stadtbads. Direkt neben der Vils hat es im Freien 2.400 qm Wasserfläche und 47.000 qm Gesamtareal.

Copyright: Rote Raben Vilsbiburg e.V.

Liebenswert und offen

 Sich in Vilsbiburg wohlzufühlen, fällt auch Zugezogenen nicht schwer. Seit zwei Jahren leitet Annika Janßen das örtliche Heimat- und Hafnermuseum. Aufgewachsen ist sie an der Mecklenburgischen Seenplatte, gelebt hat sie danach in Berlin und Schwaben. Heute fühlt sie sich als Wahl-Niederbayerin am richtigen Platz. „Das Flair von früher ist in Vilsbiburg noch erhalten“, freut sich die 38-Jährige. Außerdem weiß sie das Engagement von 25 Ehrenamtlichen zu schätzen, die im Museums-Verein aktiv mitwirken – einem von 135 in Vilsbiburg. Zusammen mit Veranstaltungsorten vom Theaterbrettl bis zur Konzeptbühne Schmid’s Laden sorgen sie für breitgefächertes Freizeit-Programm, über das die Seite informiert. Annika Janßens Lieblingsjahreszeiten sind Frühling und Sommer. Denn dann findet sie den Stadtplatz vor ihrem Büro am lebendigsten. Und die Offenheit von Vilsbiburg besonders spürbar – für sie alles andere als ein provinzieller Ort.

Zwischen Tradition und Moderne

Um den Spagat zwischen Tradition und Moderne zu schaffen, legt sich die Stadt ins Zeug: „Bis 2035 möchte Vilsbiburg noch klimafreundlicher und energieautark sein“, so Straßer. Schon jetzt seien Biogasanlagen, ein Windrad und eine PV-Freilandanlage in Betrieb. Ein elektrisches Bürgerauto kann über Carsharing angemietet werden, ein zweites wurde gerade von der Stadtverwaltung angeschafft. Als „Heimat für Neues“ fördert die gemeinnützige Mitmachinitiative Silicon Vilstal gesellschaftliche Innovation und eröffnet digitale Chancen ländlicher Regionen. Die zukünftige Entwicklung wird nicht dem Zufall überlassen, sondern mit einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) geplant. Dazu gehört, innovative Einzelhändler und Handwerker ins Zentrum zu holen. In der Oberen Stadt ist das schon gelungen: Im Atelier Irgendwo ist die Werkstatt zweier junger Goldschmiede in den Laden integriert. Nebenan bieten Stephi und Paul Grübl in ihrer Speisekammer hochwertige Produkte aus regionalen Manufakturen und jeden Mittag ein frisches Gericht an. Ihr selbstbewusstes Motto: „Tante Emma wäre stolz auf uns.“

Was Vilsbiburg sonst noch lebens- und liebenswert macht, erfahren Sie hier.